Radikale Feministinnen und EU: Quote wichtiger als Qualifikation und Eignung

Deutsch:

Anfang Juni wurden die Verhandlungen mit einer Einigung über die zehn Jahre alte Richtlinie über die ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern in Leitungsorganen von börsennotierten Unternehmen abgeschlossen.

Auch aufgrund der links-liberalen französischen Ratspräsidentschaft unter Emmanuel Macron sind nun Unternehmen mit mehr als 249 Beschäftigten verpflichtet, bis 2026 mindestens 40 % ihrer Aufsichtsratsmitglieder bzw. 33 % ihrer Vorstandsmitglieder mit „dem unterrepräsentierten Geschlecht“ zu besetzen.

Auf der Pressekonferenz am 8. Juni 2022 betonte die Ko-Berichterstatterin Evelyn Regner (S&D, AT), dass diese Richtlinie bei der Umsetzung in nationales Recht auch Konsequenzen haben wird, die finanzielle Sanktionen, den Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen und die Annullierung von Ernennungen durch das Unternehmen selbst umfassen können. Ihre Mitberichterstatterin Lara Wolters (S&D, NL) bedauerte, dass der Wunsch des EU-Parlaments nach strengeren und direkteren EU-Sanktionen in der endgültigen Einigung mit der EU-Kommission und dem Rat nicht berücksichtigt wurde.

Christine Anderson, frauenpolitische Sprecherin der AfD-Delegation im EU-Parlament verdeutlicht:

„Das Ergebnis ist, dass Unternehmen, die an den Börsen der EU-Mitgliedstaaten notieren, nun verpflichtet sind, Einstellungsentscheidungen und Ernennungen aufgrund des Geschlechts durchzuführen. Es wird über ‚das unterrepräsentierte Geschlecht‘ fabuliert. Das betrifft auch Männer, wenn der Vorstand stark weiblich besetzt ist. Es geht der EU bzw. radikalen Feministinnen also nicht um Qualifikation und berufliche Eignung, sondern um leistungsfeindliche, diskriminierende, bevormundende und wirtschaftshemmende Quote, die Qualifikation und Eignung irrelevanter machen.

Das ist eine weitere Beschädigung des Subsidiaritätsprinzips. Die EU eignet sich weiter Macht und Kompetenz auf Kosten der Mitgliedstaaten und somit der Bürger an. Außerdem ist diese Richtlinie ein hohler Sieg für die Rechte der Frauen, denn ungefähr 60 % der Hochschulabsolventen in der EU sind weiblich und haben bessere Karrieremöglichkeiten.

Gleichstellung bedeutet eine radikale 50:50-Quote, abgekoppelt von Qualifikation und Können, also eine zwanghafte Durchsetzung einer utopischen Gleichheit.

Gleichberechtigung heißt gleiche Rechte für alle. Diese Rechte haben wir und zwar unabhängig vom Geschlecht. Die EU hinkt also mit ihrer diskriminierenden Quote auch hier der Wirklichkeit hinterher.

Meine Erfahrung zeigt, dass sich Frauen oft bewusst gegen eine Tätigkeit als Führungskraft in Leitungsorganen entscheiden, als dass sie daran gehindert werden.“

Quellen:
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_22_3478
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52012PC0614&from=EN

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English:

Radical feminists and EU: quota more important than qualification

Negotiations concluded in early June with an agreement on the decade-old directive on the balanced representation of women and men on the boards of listed companies.

Partly as a result of the left-liberal French presidency under Emmanuel Macron, companies with more than 249 employees are now required to have at least 40% of their supervisory board members or 33% of their management board members from "the underrepresented gender" by 2026.

At the press conference on June 8, 2022, co-rapporteur Evelyn Regner (S&D, AT) stressed that this directive, when transposed into national law, will also have consequences that may include financial penalties, exclusion from public tenders and the cancellation of appointments by the company itself. Her co-rapporteur Lara Wolters (S&D, NL) regretted that the EU Parliament's wish for stricter and more direct EU sanctions was not taken into account in the final agreement with the EU Commission and the Council.

Christine Anderson, women's policy spokesperson for the AfD delegation in the EU Parliament clarified:

"The result is that companies listed on the stock exchanges of EU member states are now obliged to make recruitment decisions and appointments on the basis of gender and sex. There is talk of 'the underrepresented sex'. This also affects men if the board is heavily female. So the EU or radical feminists are not concerned with qualifications and professional aptitude, but with anti-performance, discriminatory, patronizing and economically inhibiting quotas that make qualifications and aptitude more irrelevant.

This is further damage to the principle of subsidiarity. The EU continues to appropriate power and competence at the expense of the member states and thus the citizens. Furthermore, this directive is a hollow victory for women's rights, as approximately 60% of university graduates in the EU are female and have better career opportunities. Equality means equal rights for all. We have those rights and we have them regardless of gender and sex. So the EU is lagging behind reality with its discriminatory quota here as well.

My experience shows that women often consciously choose not to serve as executives on management boards rather than being prevented from doing so."

Sources:
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/IP_22_3478
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:52012PC0614&from=EN

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